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Der Baumschutz ist wichtiger denn je

Der Klimawandel und seine Auswirkungen stehen bereits seit Jahrzehnten im öffentlichen Diskurs. Zwar gibt es unterschiedliche Positionen und Lösungsansätze, jedoch sind die statistischen Daten nicht zu verneinen. Doch nicht nur das – gerade im Sommer lassen sich die Folgen der klimatischen Veränderungen insbesondere an Bäumen erblicken. Von frühzeitig verdorrtem Laub über abgestorbene Äste bis hin zu kränkelnden Kronen wird deutlich, wie wichtig der Baumschutz und der Erhalt einer gesunden Pflanzenwelt sind.

Klimatische Entwicklung in Deutschland

Bevor es um den Baumschutz geht, sollte das grundlegende Thema beleuchtet werden: das Klima. Wie eingehend erwähnt sind es vor allem die statistischen Daten, die einen Einblick in die klimatische Entwicklung erlauben. Für Deutschland können seit dem Jahr 1881 Mittelwerte für die Temperatur berechnet werden. Seitdem ist die mittlere Lufttemperatur in Deutschland um 1,6 °C angestiegen. Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Verdeutlicht man sich jedoch, dass die fünf wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 2018 (Platz 1), 2020 (Platz 2), 2019 (Platz 3), 2014 (Platz 4) und 2007 (Platz 5) sind, zeichnet diese Statistik ein eindeutigeres Bild.

Betrachtet man die Niederschläge, ist die jährliche Gesamtmenge seit 1881 im Schnitt um 10 % gewachsen. Auf den ersten Blick eine gute Nachricht. Jedoch sind die Winter nasser und die Sommer trockener geworden. Bedeutet, dass Extremwetter wie Dürren und Überschwemmungen häufiger auftreten, was wiederum verheerende Folgen für den Naturhaushalt haben kann. Abseits der direkten menschlichen Einwirkung – beispielsweise durch die Abholzung – sind es vor allem diese klimatischen Extreme, die den Baumschutz zunehmend ins Licht rücken. Damit stehen viele der hiesigen Baumarten Herausforderungen gegenüber, die für ihren Erhalt bewältigt werden müssen.

Hitze und Trockenheit: Auswirkungen auf Bäume

Sei es auf dem Land oder in der Stadt: Überall leisten Bäume einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz, sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und verbessern nicht zuletzt auch die Lebensqualität. Weil sich die klimatischen Bedingungen jedoch verändern, leiden heimische Baumarten wie die Fichte, Kiefer, Eiche, Buche und mehr unter zusätzlichen Stressoren. Lange Dürreperioden und hohe Temperaturen schwächen die Bäume auf zweierlei Weise.

Einerseits stehen ihnen nicht genügend Nährstoffe zur Verfügung, um ihren Bedarf zu decken. Dies führt andererseits dazu, dass ihre natürlichen Schutzmechanismen geschwächt sind. Mit der Folge, dass sie anfälliger für Schädlinge und Krankheitserreger sind. Um den Erhalt der Bäume langfristig sicherzustellen, muss das grundlegende Problem – der Klimawandel – eingedämmt werden. Doch schon jetzt können Maßnahmen für den Baumschutz ergriffen werden, um die Vitalität der Bäume zu fördern. Beispielsweise, indem man Straßenbäume und den eigenen Bestand im Garten regelmäßig gießt und den Gehölzen eine schonende Baumpflege im Sommer zukommen lässt.

Städte und Gemeinden regeln den Baumschutz unterschiedlich

Nicht nur Privatmenschen und Unternehmen, sondern vor allem die Gesetzgebung spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die Bewältigung des Klimawandels geht. Während Pläne für die Zukunft ausgearbeitet werden, gibt es schon jetzt Gesetze, die zu einer gesünderen Natur beitragen sollen. Darunter fallen auch Baumschutzverordnungen der Städte und Gemeinden. Besonders an den Baumschutzverordnungen ist, dass sich die Bestimmungen von Kommune zu Kommune unterscheiden. Bedeutet, dass ein Baum, der in der eigenen Gemeinde unter Baumschutz steht, diesen Status in den angrenzenden Ortschaften nicht unbedingt genießen muss.

Generell verfolgen die Baumschutzverordnungen das übergeordnete Ziel, den örtlichen Baumbestand zu erhalten. Sie enthalten einen Anwendungsbereich, den Schutzzweck, verbotene Maßnahmen wie die Baumfällung geschützter Arten sowie genehmigungspflichtige Ausnahmen. Für Baumeigentümer ist es daher umso wichtiger, sich über die geltenden Vorschriften zu informieren. Im Hinblick auf seine ökologische Funktion ist es immer besser, einen Baum zu erhalten. Dennoch gibt es durchaus berechtigte Gründe, eine Baumfällung durchführen zu lassen. Gerade dann, wenn die Verkehrssicherheit eines Baumes nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Um den örtlichen Bestand nicht zu minimieren, setzen Baumschutzverordnungen in der Regel Ersatzpflanzungen oder Ausgleichszahlungen voraus.