Baumschnitt

Der Baumschnitt ist eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn es um den langfristigen Erhalt der eigenen Bäume geht. Bevor man jedoch zur Astschere oder Säge greift, sollte man sich über das Ziel des Schnitts vergewissern. Eine Thematik, die viele Fragen zur Technik und Umsetzung aufwerfen kann.

Welche Arten von Baumschnitt gibt es?

In der Baumpflege kommen diverse Methoden zum Einsatz, um Bäume zu schneiden und spezifische Ziele zu erreichen. Ausschlaggebende Faktoren sind dabei die Baumart, das Alter, der Zustand, der Standort sowie mögliche Maßnahmen, die daran anschließen.

Elementare Schnittarten:

  • Pflanzschnitt: Beim Umpflanzen entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Wurzeln und Krone. Um den Wurzelverlust auszugleichen, wird der Pflanzschnitt angewandt.
  • Erhaltungs- oder Auslichtungsschnitt: Der regelmäßige Baumschnitt optimiert die Versorgung des Baumes. Hier sorgt der Erhaltungs- oder Auslichtungsschnitt bei dichten Kronen für eine verbesserte Lichtversorgung im Inneren.
  • Form- oder Pflegeschnitt: Ziel vom Form- oder Pflegeschnitt ist, die Wuchsform zu korrigieren indem störender Zuwachs wie konkurrierende Triebe beseitigt werden./li>
  • Entlastungsschnitt: Bei potentiell bruchgefährdeten Baumteilen oder übermäßigem Wuchs, der zu Schäden führen kann, wird der Entlastungsschnitt angewandt.
  • Verjüngungsschnitt: Der Verjünungsschnitt an Bäumen in der Altersphase fördert die Entwicklung junger Triebe durch das starke Abschneiden alter Kronenteile.

Wofür dient der Obstbaumschnitt?

Ob nun Äpfel, Kirschen oder Birnen: Möchte man einen reichen Obstertrag, muss man die Bäume fachgerecht schneiden. In diesem Sinne dient der Schnitt nicht nur der Baumpflege und Sicherheit, sondern auch der gezielten Steuerung des Wachstums sowie der Förderung der Fruchtbildung.

Im Übrigen umfassen die Prinzipien vom Obstbaumschnitt nicht nur Bäume, sondern treffen auch auf fruchttragende Sträucher und Kletterpflanzen zu. Dabei kommen verschiedene Einflussfaktoren für den richtigen Baumschnitt zusammen, die in Summe in einem gestärkten und fruchtreichen Gehölz aufgehen.

Strategien für den optimalen Baumschnitt:

  • Wachstumsregulierung: Wie stark ein Baum wächst, hängt auch davon ab, wann er geschnitten wird. Der Obstbaumschnitt zur Winterzeit (Vegetationspause) hat eine wachstumsfördernde Wirkung. Einen Baum im Sommer zu schneiden (Vegetationsperiode) resultiert in einem kräftigeren Austrieb. Hier muss je nach Baumzustand und Baumart zwischen Winterschnitt und Sommerschnitt abgewogen werden. Ziel der Wachstumsregulierung ist es, eine Balance zwischen altem, mittelaltem und jungem Holz herzustellen. Bei vergreisten Bäumen ist es zur Ertragssteigerung wichtig, das Wachstum von jungem Holz anzuregen. Bei empfindlichen Bäumen (z.B. Kirsche, Aprikose, Pfirsich und Walnuss) ist aufgrund der verbesserten Wundheilung nur ein Sommerschnitt zu empfehlen. Bestimmtes Stein-, Kern- und Beerenobst kann auch im Winter geschnitten werden.
  • Ausbalancierung: Eine Baumkrone, die vorrangig aus fruchttragenden Ästen besteht, hält nicht lange Stand. Das Formieren im Obstbaumschnitt zielt darauf ab, eine Balance zwischen allen lebensnotwendigen Baumteilen zu erhalten. Neben dem Fruchtholz zählen auch die stabilisierenden und versorgenden Äste dazu. Wichtig beim Baumschnitt ist, den natürlichen Habitus des Obstbaums beizubehalten. Dadurch wird auch die Versorgung der Früchte mit Sonnenlicht gewährleistet.
  • Lichtversorgung: Ein vorteilhafter Lichteinfall sorgt für einen intensiveren Geschmack des Obstes. Das Ausmaß der Lichtversorgung hängt nicht nur von der Wuchsform, sondern auch von der Kronendichte ab. Dementsprechend gilt es, entbehrliche Teile vom Baum zu schneiden, welche die Früchte verschatten würden.
  • Ertragsoptimierung: Ein reicher Ertrag muss nicht immer positiv sein. Bei Kultur-Birnen, -Äpfeln, -Oliven und -Zwetschgen kann es nach einem ertragsstarken Jahr zur Alternanz kommen. Bedeutet, dass im nächsten Jahr kein Obst wächst. Um dem vorzubeugen, haben sich der Blütenschnitt und der Sommerschnitt als gezielte Lösungen etabliert. Durch die Reduktion der Blüten wird der Ertrag bei drohender Überproduktion dauerhaft optimiert.
  • Vitalitätsförderung: Die primären Ziele der Baumpflege mittels Baumschnitt sind der Erhalt und die Sicherheit. Den Weg dahin ebnet die Vitalitätsförderung. Sind Baumteile erkrankt, sollte man sie abschneiden, um einer Ausbreitung vorzubeugen. Gefährdete und geschwächte Äste gilt es zu untersuchen, um sie mit einem passenden Schnitt zu entlasten und zu kräftigen.

Wissenswertes und Tipps zum Baumschnitt

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