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Baumfäller: Geschichte und Gegenwart eines Handwerks

Sie ernährt, gibt Unterschlupf und schafft Leben. Als Lebensgrundlage steht die Natur in einer ständigen Wechselbeziehung mit der menschlichen Gesellschaft, die sich ihrer Ressourcen bedient. In diesem Zusammenhang zählt Holz zu den wichtigsten Rohstoffen. Sei es als Baustoff, Energieträger oder Material für Produkte: Seit Jahrtausenden schlagen Baumfäller das kostbare Holz ein, um es für die verschiedensten Zwecke zu nutzen. Während sich das Verständnis für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Rohstoffen gewandelt hat, hat sich auch das Berufsbild der Baumfäller geändert.

Von den Anfängen bis zur industriellen Revolution

Von handgemachter Kunst über Möbel bis hin zu alltäglichen Gebrauchsartikeln, ist heute ein Leben ohne Holzprodukte nur schwer vorzustellen. Holz ist einer der wichtigsten Naturstoffe, der die Geschichte der Menschheit seit jeher prägt und begleitet. Auch deshalb zählt der Berufsstand der Baumfäller zu den ältesten Handwerken. Mit Axt und Säge gewappnet, erfüllten Baumfäller grundlegende Bedürfnisse ihrer Gemeinschaft. Einerseits rodeten sie Wälder, um neue Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu erschließen. Andererseits wurde das anfallende Holz benötigt, um Häuser, Boote, Werkzeuge und weitere Bedarfsgüter zu schaffen. In der Frühzeit wurde die Baumfällung zumeist von Bauern übernommen – die Professionalisierung als eigenständiger Berufszweig sollte erst später erfolgen.

Wächst eine Gesellschaft, wächst auch ihr Bedarf an Rohstoffen. Im Zuge der Industrialisierung intensivierte sich die Nachfrage für Holz auf ein bislang ungeahntes Maß, wodurch die Rolle der Baumfäller an zusätzlicher wirtschaftlicher Bedeutung gewann. Die industrielle Revolution ließ den Handel und die Wirtschaftsleistung rasant ansteigen, während die Verfügbarkeit der natürlichen Ressource sank. Hierzulande, wie auf der ganzen Welt, sind die Auswirkungen der Abholzung bis heute sichtbar. Ganze Wälder wichen der Verstädterung und Massenproduktion. Insbesondere, nachdem die maschinelle Baumfällung Einzug nahm. Mit den Folgen der Entwaldung konfrontiert, setzte ein Umdenken ein, das den Schutz und Erhalt der Natur und ihrer Bäume in den Vordergrund stellte. Damit veränderte sich auch das Berufsbild der Holzarbeiter.

Der Berufsstand nimmt eine neue Bedeutung an

Als wichtiger Rohstoff wird Holz auch in der heutigen Zeit zu den verschiedensten Produktionsgütern verarbeitet. So, wie sich die Beschaffung und Anforderungen an die Nachhaltigkeit weiterentwickelt haben, hat sich auch die Tätigkeit ausgebildeter Baumfäller gewandelt. Neben der industriellen Holzgewinnung sind sie auch in der Baumpflege tätig. Die Pflege und der Erhalt von städtischen Baumbeständen nimmt hier das übergeordnete Ziel ein. Sei es über ein naturwissenschaftliches Studium, eine Ausbildung in einem Fachbetrieb für Baumarbeiten oder eine berufliche Zusatzqualifikation – die verschiedensten Wege führen in die Baumpflege. Tatsächlich ist der Berufsstand der Baumfäller keine offizielle Bezeichnung, sondern ein gemeinsprachlicher Begriff, der verschiedene Spezialisierungen umfasst.

In Abhängigkeit davon, welche fachlichen Qualifizierungen ein Baumarbeiter erlangt hat, erstreckt sich sein Aufgabenbereich von der Neupflanzung und der Beschneidung von Bäumen bis hin zu ihrer regelmäßigen Kontrolle und Begutachtung. Im Kontext der Baumpflege werden Baumfällungen nur unter bestimmten Bedingungen durchgeführt. Beispielsweise dann, wenn ein Baum nicht mehr verkehrssicher ist und droht, am Stamm umzuknicken oder zu fallen. Auch die Fällungstechniken haben sich weiterentwickelt: Da Bäume in Städten oft an eng besiedelten Standorten stehen, werden sie zumeist von oben nach unten abgetragen. Neben Hebebühnen kommt auch die Seilklettertechnik zum Einsatz, die es den Baumarbeitern erlaubt, den Baum zu erklimmen und die abgetrennten Baumteile Stück für Stück abzuseilen.