Heckenschnitt: Zeitraum und erlaubte Maßnahmen
Hecken grenzen das Grundstück ab, erhöhen die Privatsphäre, dämpfen den Wind, spenden Schatten und sind nicht zuletzt ein schöner Blickfang. Damit sie all diese und weitere Funktionen dauerhaft erfüllen können, brauchen sie einen regelmäßigen Heckenschnitt. Ein essenzieller Bestandteil der Gartenpflege, der ein kontrolliertes Wachstum begünstigt. Seine Hecken zu beschneiden ist mehr als reine Formsache: Durch die gestärkte Vitalität wird auch der Erhalt gefördert. Für Eigentümer ist wichtig zu wissen, wann der Heckenschnitt erlaubt ist. Hier gilt es das Bundesnaturschutzgesetz zu beachten, welches hinsichtlich dem Zeitpunkt zwischen Form- und Rückschnitten unterscheidet.
- Bundesnaturschutzgesetz gibt Zeit zum Schneiden von Hecken vor
- Gründe für das Schnittverbot im Frühling und Sommer
- Formschnitt: Schonende Entfernung vom Zuwachs
- Rückschnitt: Radikaler Eingriff in den Habitus
- Häufigkeit von Pflegemaßnahmen an Hecken
Bundesnaturschutzgesetz gibt Zeit zum Schneiden von Hecken vor
Egal, ob es sich um Maßnahmen im Gartenbau, der Gartenpflege oder anderen Bereichen handelt: Selbstverständlich muss man sich auch im eigenen Garten an Gesetze halten. Beispielsweise dann, wenn man seine Hecken im erlaubten Zeitraum beschneiden möchte. Eine besondere Rolle nimmt dabei das Bundesnaturschutzgesetz ein. Spezifisch § 39 Absatz 5 Satz 2 BNatSchG, welcher besagt:
„Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; (…)“
Damit liegt die erlaubte Zeit für den Heckenschnitt zwischen dem 1. Oktober und dem 28. / 29. Februar. Das Bundesnaturschutzgesetz führt außerdem an, dass schonende Form- und Pflegeschnitte in der Gartenpflege ganzjährig möglich sind. Das Verbot zwischen dem 1. März und 30. September bezieht sich auf radikale Rückschnitte.

Bevor man zum Heckenschnitt ansetzt, sollte man sich über örtliche Satzungen informieren. Sowohl die Bundesländer als auch die Gemeinden können weitere Anforderungen vorsehen, wenn es um Verbote, spezifische Zeiträume und erlaubte Maßnahmen an Hecken geht. Zudem kann es Ausnahmen für stark eingreifende Arbeiten oder sogar die Beseitigung der Gehölze geben. Etwa, wenn sie die Verkehrssicherheit im Garten oder an angrenzenden Wegen beeinträchtigen. Bei größeren Eingriffen in der Gartenpflege ist es immer ratsam, sich bei den zuständigen Behörden zu informieren und entsprechende Genehmigungen einzuholen, sofern nötig.
Gründe für das Schnittverbot im Frühling und Sommer
Warum ist es überhaupt so, dass ein radikaler Heckenschnitt zwischen dem 1. März und dem 30. September verboten ist? Das Schnittverbot dient in erster Linie dem Schutz der Tierwelt. Im Frühling und Sommer nutzen viele Vogelarten Hecken als Brut- und Nistplatz. Ein zu starkes Beschneiden einer Hecke birgt das Risiko, Lebensräume zu zerstören und die Brut zu gefährden. Im gleichen Zug sind in diesem Zeitraum viele Insekten aktiv und profitieren von Hecken als Nahrungsquelle. Ein weiterer Grund ist, die Pflanzenwelt vor unnötigen Eingriffen zu schützen und die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts zu sichern.
Formschnitt: Schonende Entfernung vom Zuwachs
Gemäß Bundesnaturschutzgesetz ist bei der Gartenpflege ein schonender Heckenschnitt ganzjährig erlaubt. Dieser wird wie folgt definiert: „(…) zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen“. Dementsprechend ist es wichtig, zwischen dem Formschnitt und dem radikalen Rückschnitt zu unterscheiden. Doch wo genau liegen die Unterschiede?

Beim „Zuwachs“ handelt es sich um die frischen Triebe, die Hecken besonders in der Vegetationsperiode im Frühling und Sommer bilden. Sie sind dadurch zu erkennen, dass sie zumeist eine hellere Farbe aufweisen und über die gewünschte Heckenform herausragen. Ein Formschnitt zielt darauf ab, die äußere Gestalt der Hecke zu erhalten und für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu sorgen. Typische Formen sind rundlich, rechteckig oder trapezförmig. Ein regelmäßiger Heckenschnitt ist zudem für einen dichten Wuchs sowie eine optimale Lichtversorgung wichtig.
Kurzum: Der Form- und Pflegeschnitt ist weniger intensiv. Dadurch ist er ein fester Bestandteil der Gartenpflege im Frühjahr und im Sommer, wobei sich die Schnittfrequenz von Hecke zu Hecke unterscheidet.
Rückschnitt: Radikaler Eingriff in den Habitus
Auf der anderen Seite gibt es auch Gründe dafür, Hecken stärker zu schneiden. Ein radikaler Rückschnitt bedeutet, dass bis ins ältere Holz zurückgeschnitten wird. Ein häufiges Ziel ist, das Gehölz von Grund auf zu Verjüngen und ein neues, kräftiges Wachstum zu ermöglichen. Ein solcher Heckenschnitt wird notwendig, wenn die Hecke über lange Zeit bei der Gartenpflege vernachlässigt wurde, aus der Form geraten ist oder viele kahle Stellen aufweist.
Wichtig zu wissen: Nicht jede Hecke verträgt einen starken Rückschnitt und stirbt im schlimmsten Fall ab. Arten wie Thuja oder Scheinzypresse treiben aus altem Holz oft nicht mehr neu aus. Demnach sollte die Schnittintensität auf die jeweilige Heckenart abgestimmt werden.

Bei schonenden wie auch starken Heckenschnitten sollte man darauf achten, dass es am geplanten Zeitpunkt und an den folgenden Tagen möglichst wenig regnet. Gerade größere Schnittwunden brauchen länger, um zu verheilen. Sind sie dauerhaft feucht, erhöht sich das Risiko eines Schädlingsbefalls. Abgesehen davon, dass die Gartenpflege bei Regenwetter ohnehin keine große Freude bereitet.
Häufigkeit von Pflegemaßnahmen an Hecken
Welcher Heckenschnitt wann erlaubt ist, wäre erstmal geklärt. Doch wie häufig sollte man die Pflegemaßnahmen überhaupt durchführen? Als Faustregel hat sich etabliert, Hecken einmal im Frühjahr und einmal im Sommer zu schneiden.
Die tatsächliche Frequenz unterscheidet sich jedoch von Pflanze zu Pflanze. Neben dem Alter der Hecke spielen der Standort, die Licht- und Bodenbedingungen sowie die gewünschte Form eine entscheidende Rolle. Junge Hecken wachsen schneller als ältere Exemplare und bedürfen zusätzlicher Pflege. Auch die Heckenart bestimmt maßgeblich darüber mit, wie häufig man zur Schere greifen muss, um sie in Form zu halten.
Langsam wachsende Hecken
- Buchsbaum (Buxus sempervirens): ca. 15 cm Zuwachs pro Jahr
- Japanische Stechpalme (Ilex crenata): ca. 20 cm Zuwachs pro Jahr
- Europäische Eibe (Taxus baccata): ca. 20 cm Zuwachs pro Jahr
- Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana): ca. 20 cm Zuwachs pro Jahr
Schnell wachsende Hecken
- Liguster (Ligustrum vulgare): ca. 50 cm Zuwachs pro Jahr
- Rotbuche (Fagus sylvatica): ca. 50 cm Zuwachs Pro Jahr
- Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus ‚Rotundifolia‘): ca. 50 Zuwachs cm pro Jahr
- Leyland-Zypresse (Cupressocyparis leylandii): ca. 70 cm Zuwachs pro Jahr
Auch die Lage beeinflusst die Frequenz des Heckenschnitts. Hecken, die wie ein Zaun direkt an der Grundstücksgrenze stehen, müssen in kürzeren Abständen gepflegt werden. Ragen Äste und Triebe auf Gehwege oder in Nachbargrundstücke, müssen sie regelmäßig eingekürzt werden, um im eigenen Garten zu bleiben.
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